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Lvood151

Meister

Registrierungsdatum: 6. August 2009

Beiträge: 552

1

Montag, 4. Februar 2013, 10:04

Kopflos durch Stress - wie kann man gelassener werden und auch unter Druck einen kühlen Kopf behalten?

Ich stelle bei mir immer wieder fest:
wenn ich unter Stress oder Zeitdruck bin, funktioniert vieles nicht so gut - ich vergesse wichtige Dinge, bin - überspitzt ausgedrückt - ein bisschen "kopflos".

Das passiert mir aber auch in normaleren Situationen:
Wenn ich mit jemand etwas zu besprechen habe, vergesse ich ein zentrales Detail anzusprechen - es fällt mir dann erst kurz danach (wenn es zu spät ist) siedendheiß ein...
Wenn ich mir nicht alles aufschreibe, sondern mich mal auf meinen Kopf verlasse, dann funktioniert das meistens nicht auf Anhieb. :(

Hat jemand ähnliche Erfahrungen und ggf. einen Tipp, wie man in solchen Situationen "besser" reagieren kann?

Viele Grüße

Lvood151
Bildnachweis Avatar: "African Owl" (c) Bill Hails

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lvood151« (4. Februar 2013, 10:05)


Sportsfrau

Meister

Registrierungsdatum: 7. März 2009

Beiträge: 718

2

Montag, 4. Februar 2013, 14:31

RE: Kopflos durch Stress - wie kann man gelassener werden und auch unter Druck einen kühlen Kopf behalten?

Ich stelle bei mir immer wieder fest:
wenn ich unter Stress oder Zeitdruck bin, funktioniert vieles nicht so gut - ich vergesse wichtige Dinge, bin - überspitzt ausgedrückt - ein bisschen "kopflos".

Oh, wenn hier jemand die geniale Lösung hat, interessiert mich das auch.

Wenn ich mir nicht alles aufschreibe, sondern mich mal auf meinen Kopf verlasse, dann funktioniert das meistens nicht auf Anhieb. :(

Hat jemand ähnliche Erfahrungen und ggf. einen Tipp, wie man in solchen Situationen "besser" reagieren kann?

Aufschreiben.

Einen besseren Tipp habe ich leider nicht. Für Besprechungen sammle ich z.B. in einer Mappe oder Liste die anzusprechenden Punkte. Auch wenn es hektisch wird, hilft mir nur, mit dem aufschreiben nicht zu schlampen.

Und möglichst nicht auf irgendwelche Fresszettel sondern direkt in mein Atoma-Buch (=ins System). An meinem simplen System finde ich hilfreich, dass das Buch und ein Stift immer dabei und bereit sind. Da muss nichts booten, kein Akku kann leer sein, im Zweifel borge ich einen Stift. Stürzt das Notizbuch ab, wische ich den Dreck weg und weiter geht's.

Trotzdem klappt es unter Stress nicht immer, dass ich mir 30 Sekunden Zeit nehme und etwas sofort notiere.
GTD gelesen 11/2007 +++ GTD umgesetzt seit 04/2008 +++ mein Werkzeug ist ein Atoma-Buch in A4

Evaluise

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 6. März 2009

Beiträge: 1 310

3

Montag, 4. Februar 2013, 17:39

Zitat von »Lvood151«
Ich stelle bei mir immer wieder fest:
wenn ich unter Stress oder Zeitdruck bin, funktioniert vieles nicht so gut - ich vergesse wichtige Dinge, bin - überspitzt ausgedrückt - ein bisschen "kopflos".


Oh, wenn hier jemand die geniale Lösung hat, interessiert mich das auch.
Tja, deshalb sind wir ja alle hier ... irgendwie hoffen wir immer noch drauf, daß es dafür eine Lösung gibt. Kann es aber nicht geben: In solchen Phasen ist ein Teil Deines Gehirns damit beschäftigt, zu verhindern, daß Du schreiend rausrennst oder um Dich schlägst oder allen sagst, daß sie Dir den Buckel runterrutschen können. Da die Verlockung für all das sehr groß ist, schluckt das eine Menge Gehirnenergie, und die fehlt dann halt woanders.

Es hilft wirklich nur, jeden Mist aufzuschreiben, und die Zeit, die man sich dafür nimmt, kann auch als Pause dienen, die das Gehirn ab und an nunmal braucht. Und wenn dann (frei erfundenes Beispiel) jemand sagt, das könne ja wohl nicht wahr sein, daß Du Dir extra aufschreiben mußt, das Kind aus dem Kindergarten abzuholen ... dann sagt er/sie es eben - frag ihn/sie, ob er/sie lieber das Kind abholen möchte, damit Du Dir das nicht aufschreiben mußt.

Aber danke, daß Du mich motiviert hast, über die Gründe für die in Streßphasen unzureichende Gehirnleistung nachzudenken. Zwischendurch befürchte ich nämlich immer, daß es doch beginnende Senilität ist, und da finde ich es immer tröstlich, daß es auch Leuten so geht, die einiges jünger sind als ich. Und meine Erklärung ist doch wohl total plausibel, wa?!

cig

Meister

Registrierungsdatum: 6. März 2009

Beiträge: 512

4

Dienstag, 5. Februar 2013, 06:59

Hat jemand ähnliche Erfahrungen und ggf. einen Tipp, wie man in solchen Situationen "besser" reagieren kann?
Was anderes als aufschreiben kenne ich auch nicht. Je nach Typ hilft vielleicht auch der berühmte Knoten im Taschentuch. Du denkst an das Gesprächsdetail und bildest eine Assoziation (Ohrläppchen ziehen, Schnürsenkel binden, auf die Zunge beißen, etc.). Machst Du das später nochmal, fällt Dir das Detail wieder ein. Wenn man es oft genug trainiert, kann das ganz schnell gehen. Aufschreiben ist aber einfacher, außerdem hast Du Dir vermutlich damit das Detail gut genug gemerkt.

Wenn mir etwas einfällt und ich den anderen nicht unterbrechen möchte, mache ich mir einen Knoten in die Finger, naja, ich kreuze sie.

Bei Arbeitsüberlastung hilft es manchmal, den Raum zu verlassen und aus dem Fenster sehen. Oder Tee trinken und dabei die Tasse mit beiden! Händen festhalten. Dann kommen die Finger nicht auf dumme Gedanken. Mir geht es so, dass ich danach weniger vergesse. Aber nicht immer.

Achja, Ernährung und Schlaf haben einen erheblichen Einfluss auf das Erinnerungsvermögen, aber damit muss ich Dich bestimmt nicht volltexten.

Registrierungsdatum: 5. Dezember 2012

Beiträge: 177

5

Dienstag, 5. Februar 2013, 09:06

Das Problem kenne ich auch nur zu gut und bei mir hilft dann nur mehr aufschreiben, beruhigen, aufschreiben, beruhigen, aufschreiben, beruhigen. Ich habe sonst nämlich noch ein zusätzliches Problem: sobald sich das erste Vergessen eingeschlichen bzw. offenbart hat, wird es sofort nochmal schlimmer. Ich bin dann so damit beschäftigt, nichts zu vergessen, dass ich die einfachsten Dinge vergesse. Letzte Woche z.B. musste ich mich so über mich selbst ärgern, weil ich eine Aufgabe in der Arbeit vergessen habe, dass ich vor lauter Grübeln darüber über Nacht den Schlüssel der Garage stecken habe lassen :cursing:
Mir hilft dann eine kleine Pause, in der ich mich sammle und bewusst den Kreislauf durchbreche. Ein paar Maal tief durchatmen, einen Kaffee trinken (und eine rauchen) und dann mit Block und Stift bewaffnet dem Chaos entgegentreten...

kaschu

Schüler

Registrierungsdatum: 7. Juli 2009

Beiträge: 30

6

Mittwoch, 6. Februar 2013, 22:01

RE: Kopflos durch Stress - wie kann man gelassener werden und auch unter Druck einen kühlen Kopf behalten?

Wenn ich mit jemand etwas zu besprechen habe, vergesse ich ein zentrales Detail anzusprechen - es fällt mir dann erst kurz danach (wenn es zu spät ist) siedendheiß ein...
Wenn ich mir nicht alles aufschreibe, sondern mich mal auf meinen Kopf verlasse, dann funktioniert das meistens nicht auf Anhieb. :(

Hat jemand ähnliche Erfahrungen und ggf. einen Tipp, wie man in solchen Situationen "besser" reagieren kann?

Aber das ist doch ganz normal. So funktioniert unser Gehirn nun mal. Dieses "Vergessen" wird unter dem Begriff "prospective memory failure" erforscht. Die Nasa empfiehlt dagegen so einfache Dinge wie:

  • Checklisten benutzen.
  • Erinnerungsstützen nutzen (z. B. Kalendereintrag mit Alarm).
  • Multitasking vermeiden, wenn eine der Aufgaben kritisch ist.
  • Wichtige Aufgaben sofort erledigen, statt zu verschieben (und dann zu vergessen).
  • Erinnerungshinweise nutzen (z. B. Mülleimer herausstellen, Netzteil zum Laden des Telefons herauslegen).
  • Die Aufgabe, die Sie möglicherweise vergessen könnten, mit anderen Routineaufgaben kombiniert ausführen.

Mehr kannst Du hier nachlesen (engl.): When we forget to remember ...

Gegen die Nervosität hilft es, wenn Du vor dem Termin (oder zwischendrin, wenn Du alleine den Waschraum aufsuchen kannst) für zwei Minuten eine sogenannte "High Power Pose" einnehmen kannst. Das ist zum Beispiel die Siegerpose mit zum "V" hochgereckten Armen und aufgerissenem Mund.
Es ist erwiesen, dass durch diese Haltung nach 2 Minuten der Testosteronspiegel (Dominanzfaktor) gestiegen und der Cortisolspiegel (Stressfaktor) gesunken ist. Mehr dazu in einem TED-Talk der Psychologin Amy Cuddy von der Harvard Business School.
Viele Grüße
Karsten



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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »kaschu« (6. Februar 2013, 22:02)


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