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cig

Profi

Registrierungsdatum: 6. März 2009

Beiträge: 458

1

Donnerstag, 15. März 2012, 07:17

Auch mal unproduktiv sein, um produktiv zu werden?

Hallo,
bei meiner Arbeit geht es drunter und drüber.
Meine Listen werden derzeit nicht gepflegt. WR = Fehlanzeige.
Mails bleiben im Eingang und ich versuche, diese in absehbarer Zeit von dort abzuarbeiten.
Keine Planung, keine Projekte, keine WV.
Es kommt immer mehr und ich schaffe weniger, auch weil ich krankheitsbedingt momentan nicht ganz belastbar bin.


Aber ich bin nicht verzweifelt, nur etwas unzufrieden. Und: Egal, Jammern hilft nicht.


Als ich gesehen habe, dass immer mehr Dinge liegenbleiben und verhältnismäßig immer weniger erledigt werden, habe ich mir gedacht, dass es schlimmer ja nicht werden kann.
Gestern Nachmittag habe ich also angefangen aufzuräumen.
Eigentlich totaler Unsinn: Nichts zu tun, um später mehr tun zu können.
Aber abends bin ich nahezu gelockert und euphorisch nach Hause gekommen.
Vielleicht sollte ich das regelmäßig machen...



Und Ihr?
Lasst Ihr auch mal die Pflichten liegen, obwohl noch Berge erledigt werden müssen?

Und zwar bewusst, und nicht, weil Ihr kräftemäßig gar nicht mehr könnt?
Habt Ihr ein Ritual, wenn nichts mehr geht und die Arbeit einfach nicht weniger wird?
Könnt Ihr Euch mit Nonsens beschäftigen und dabei den Projekten sagen: "Ihr könnt mich mal..."?



Viele Grüße, cig

abz

Meister

Registrierungsdatum: 8. März 2009

Beiträge: 648

2

Donnerstag, 15. März 2012, 11:31

Zitat


Lasst Ihr auch mal die Pflichten liegen, obwohl noch Berge erledigt werden müssen?
Na klar.

Das man nicht alles schafft, ist doch eigentlich ein 'Dauerzustand ;)

Ein paar Fragen, die mir manchmal helfen:

Wozu lebst Du denn?
Sind das Dinge, die Du für Dich selbst erledigen willst oder für andere?
Was passiert schlimmstenfalls, wenn Du sie nicht / später / schlechter ... erledigst?
Wenn Du in x Jahren auf die Zeit jetzt zurückblickst, wäre es dann ein gutes Gefühl, zu sagen: "Ich habe immer alles erledigt, dafür aber alles andere weggelassen und damit ... erreicht" oder "ich habe trotzdem mal was ganz anderes gemacht, und dadurch ..."?


Ich z.B. mache meine Arbeit ganz gern, aber habe noch sehr viel andere Sachen im Leben vor. Und seit ich 40 bin, wird mir mehr und mehr bewusst, dass meine Lebenszeit begrenzt ist.
Und man wird ja auch nicht fitter ;) Also muss ich viele private Dinge möglichst bald machen und nicht nur für die Kohle racken.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »abz« (15. März 2012, 11:33)


Evaluise

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 6. März 2009

Beiträge: 1 305

3

Donnerstag, 15. März 2012, 12:33

Auch von mir: na klar.

Allerdings hege ich dabei weniger grundsätzliche Überlegungen. Bei mir geht es nur um kurzfristiges Sichwiederfangen und da weiß ich aus Erfahrung, daß es vernünftig ist, erstmal zu sortieren und zu entscheiden, was bewußt hintenüberkippt und was nicht.

Erleichtert hat mir die Sache der wohl altersbedingt steigende Blutdruck. Wenn ich merke, daß der steigt und ich mich mies fühle, wird sofort die Notbremse gezogen: rausgehen und gucken, wie weit die Osterglocken schon aus dem Boden gekommen sind. Oder in der Küche 'ne Stulle schmieren und die ansonsten verächtlich ignorierte Klatschseite des Dorfblättchens lesen. Oder ausländische Euromünzen sortieren - ein sehr beruhigender Nonsens. Sowas dauert maximal zehn Minuten, aber die helfen enorm.

Sortieren und entscheiden, also das System halbwegs wieder auf Vordermann bringen dauert länger als zehn Minuten. Aber so irre viel länger auch nicht, und die Zeit (ein, zwei Stunden?) hat sich bisher immer als gut investiert erwiesen.

Sportsfrau

Meister

Registrierungsdatum: 7. März 2009

Beiträge: 718

4

Donnerstag, 15. März 2012, 19:54

RE: Auch mal unproduktiv sein, um produktiv zu werden?

Gestern Nachmittag habe ich also angefangen aufzuräumen.
Eigentlich totaler Unsinn: Nichts zu tun, um später mehr tun zu können.
...
Lasst Ihr auch mal die Pflichten liegen, obwohl noch Berge erledigt werden müssen?

Hm, ist aufräumen für dich nichts tun? Keine Pflicht?

Im Büro aufräumen finde ich in hektischen Zeiten sehr hilfreich. Der Anblick eines aufgeräumten Schreibtisches verschafft mir Klarheit im Kopf. Totale Unordnung verwirrt mich. Von daher räume ich auf, weil noch Berge erledigt werden müssen. Leerer Tisch = klarer Kopf.

Anders ist schon mal, wenn ich eigentlich vorhabe, am Wochenende zuhause zu arbeiten. Und dann anfange, Skisachen im Keller zu sortieren. :sleeping: Das hat dann aber nichts mit Überlastung zu tun, eher mit Unlust. Im Büro bin ich in der Hinsicht ziemlich diszipliniert.

Ein Pausen-Ritual bei zu viel Arbeit habe ich nicht zu bieten.
GTD gelesen 11/2007 +++ GTD umgesetzt seit 04/2008 +++ mein Werkzeug ist ein Atoma-Buch in A4

cig

Profi

Registrierungsdatum: 6. März 2009

Beiträge: 458

5

Freitag, 16. März 2012, 07:27

Hm, ist aufräumen für dich nichts tun? Keine Pflicht?

Nö. Bisher habe ich Aufräumen in den Alltag eingebaut und immer mal wieder etwas verschoben/einsortiert/weggeworfen, wenn ich gerade daran gedacht hatte. Aufräumen bezog sich meistens darauf, die Bewegungsfreiheit der Computermaus nicht weiter einzuschränken.

Oder ich hatte richtig Zeit, ohne Druck von außen, kein Telefon-Dauerklingeln, Maileingang leer: dann habe ich versucht meinen Platz zu entrümpeln.

Andere Arbeiten fand ich bisher immer wichtiger.
Aber vielleicht führe ich Aufräumen trotzdem ein, sozusagen als meditative Erholungspausen.

Sportsfrau

Meister

Registrierungsdatum: 7. März 2009

Beiträge: 718

6

Freitag, 16. März 2012, 21:25

Aufräumen bezog sich meistens darauf, die Bewegungsfreiheit der Computermaus nicht weiter einzuschränken.

Oder ich hatte richtig Zeit, ohne Druck von außen, kein Telefon-Dauerklingeln, Maileingang leer: dann habe ich versucht meinen Platz zu entrümpeln.

Kannst du dir vorstellen, welches Bild deines Arbeitsplatzes gerade vor meinem inneren Auge entsteht? Arbeitest du alleine? Kriegt kein anderer diese Unordnung zu sehen? Dann OK, dein Ding.

Sollte aber irgendwer ab und an bei dir reinschauen - ein Kollege, deine Chefin oder gar ein Kunde - würde ich dir dringend empfehlen, etwas zu ändern. Schau dir deinen Schreibtisch mal mit den Augen eines Fremden an. Welchen Eindruck vermittelt er? Ist das der Eindruck, den du machen möchtest?

Psst, höchstwahrscheinlich denkt ein Dritter nicht, Chaos sei kreativ oder gar Das Genie beherrscht das Chaos.

Hier noch ein Lesetipp-
GTD gelesen 11/2007 +++ GTD umgesetzt seit 04/2008 +++ mein Werkzeug ist ein Atoma-Buch in A4

cig

Profi

Registrierungsdatum: 6. März 2009

Beiträge: 458

7

Montag, 19. März 2012, 07:05

Wozu lebst Du denn?
Sind das Dinge, die Du für Dich selbst erledigen willst oder für andere?
Was passiert schlimmstenfalls, wenn Du sie nicht / später / schlechter ... erledigst?
Wenn Du in x Jahren auf die Zeit jetzt zurückblickst, wäre es dann ein gutes Gefühl, zu sagen: "Ich habe immer alles erledigt, dafür aber alles andere weggelassen und damit ... erreicht" oder "ich habe trotzdem mal was ganz anderes gemacht, und dadurch ..."?

Uiuiui, das geht schon sehr stark in die Richung "Lebensziele".

Natürlich arbeite ich immer mit anderen für andere.

Ich weiß nicht, was in x Jahren ist. Ich kann mich ja kaum noch an gestern erinnern. :wacko: Normalerweise versuche ich die beste Arbeit abzuliefern, zu der ich in diesem Moment mit den aktuellen Fahigkeiten und derzeitigem Gemütszustand in der Lage bin.
Ist das der Eindruck, den du machen möchtest?

Wenn ich damit authentisch bin: ja. Wenn mein Chef das Aufräumen verlangt, mache ich es. Dann bleiben andere Sachen liegen.

Ich habe mal einen Vorgesetzten erlebt (nicht meiner, zum Glück), der einen aufgeräumten und einen chaotischen Arbeitsplatz fotografiert hat, die Fotos an die Pinnwand gehängt hat, um den "Untergebenen" zu zeigen, wie ein Arbeitsplatz auszusehen hat. :thumbdown: Alle haben aufgeatmet, als er den Betrieb verlassen "worden" ist.

Evaluise

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 6. März 2009

Beiträge: 1 305

8

Montag, 19. März 2012, 10:46

Danke, cig. Du sprichst mir aus der Seele.

"Aufgeräumter Schreibtisch = aufgeräumtes Hirn" ist nämlich bloß so 'ne Faustregel. Und je nachdem, was ein Mensch tut, kann ein Schreibtisch auch ganz furchtbar aussehen und trotzdem aufgeräumt sein. Hat jemand z.B. schonmal den Schreibtisch eines Grafikers vor dem Computerzeitalter gesehen? Gut und gerne 100 verschiedene Stifte, Pinsel, Skalpelle, Schablonen, Lineale, Klebstoffe, Farbtöpfchen ... wenn sich sagen wir mal ein Rechtsanwalt sowas anguckt, kommt ihm das irre chaotisch vor. Ist es aber nicht. Der Grafiker würde nie was fertigkriegen, wenn er das alles schön ordentlich in Schubladen oder Schränken verstauen und da jedesmal wieder rausnehmen und wieder reintun würde.

Und Chefs, die eine Sekretärin haben, bei der sich das ganze Bürohandwerkszeug befindet, sollen sich aus anderer Leute Schreibtische eh raushalten. Wenn ich nur fürs Denken bezahlt würde, sähe mein Schreibtisch auch besser aus.

Trotzdem sollte ich meinen Schreibtisch mal wieder daraufhin betrachten, ob da nicht doch Sachen drauf sind, nach denen ich nicht täglich mehrmals greifen muß (und allem scheinbaren Chaos zum Trotz auch fast blind greifen kann), so daß eine Unterbringung woanders nervig wäre. Viel isses aber, wenn ich mal so drübergucke, leider nicht.

cig

Profi

Registrierungsdatum: 6. März 2009

Beiträge: 458

9

Dienstag, 20. März 2012, 06:56

Auch wenn das Thema "Auch mal unproduktiv sein, um produktiv zu werden?" inzwischen zu "Schreibtisch-Aufräumen" abgedriftet ist, noch ein kleiner Zusatz:

Der Schreibtisch eines meiner Kollegen sieht aus wie eine Müllhalde, bei der man sich an die Farbe des Tische kaum erinnern kann. Er ist aber auch einer der genialsten Köpfe, den wir in unserem Bereich haben. Genauso phänomenal ist ein anderer, auf dessen Schreibtisch nur Monitor, Maus, Tastatur und Telefon sind.

Mit meiner Tochter haben wir mal "richtig" aufgeräumt. Alles ausgeräumt, Haufen gebildet, alles kommt an seinen Platz. Puh, endlich fertig. Anschließend setzt sie sich an ihren Schreibtisch und mit Blick auf die freie Fläche sagt sie mit Tränen in den Augen: "Aber hier kann man doch gar nicht mehr richtig arbeiten. Das macht doch gar keinen Spass!" ;(

Sportsfrau

Meister

Registrierungsdatum: 7. März 2009

Beiträge: 718

10

Dienstag, 20. März 2012, 07:24

[Der Schreibtisch eines meiner Kollegen sieht aus wie eine Müllhalde, bei der man sich an die Farbe des Tische kaum erinnern kann. Er ist aber auch einer der genialsten Köpfe, den wir in unserem Bereich haben.


Hoffentlich wird er nie krank und ihr müsst in seinem "genialen" Chaos relevante Unterlagen suchen.
GTD gelesen 11/2007 +++ GTD umgesetzt seit 04/2008 +++ mein Werkzeug ist ein Atoma-Buch in A4

abz

Meister

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Beiträge: 648

11

Dienstag, 20. März 2012, 11:22

Genauso phänomenal ist ein anderer, auf dessen Schreibtisch nur Monitor, Maus, Tastatur und Telefon sind.
Bei dem weißt du aber auch nicht, wie es in den Schubladen aussieht ;)

cig

Profi

Registrierungsdatum: 6. März 2009

Beiträge: 458

12

Freitag, 23. März 2012, 07:18

Bei manchen Kollegen habe ich erlebt, dass sie sich besonders viel mit anderen unterhalten haben.

Ich weiß allerdings nicht, ob sie vor den Projekten flüchten oder einfach mal dem Denken eine neue Richtung geben wollen.

Einige reden auch einfach gerne...

cig

Profi

Registrierungsdatum: 6. März 2009

Beiträge: 458

13

Freitag, 23. März 2012, 07:32

Hoffentlich wird er nie krank und ihr müsst in seinem "genialen" Chaos relevante Unterlagen suchen.

Da hast Du natürlich recht. Bei uns ist es aber zur Mode geworden, lieber die Unterlagen, Präsentationen und Informationen neu zu erstellen/anzufordern als zu suchen.
Bei dem weißt du aber auch nicht, wie es in den Schubladen aussieht

Wenn ich es sähe und ich ein großes Chaos entdecke, wäre vermutlich mein Idealismus zerstört, dass es noch jemanden geben könnte, der sowohl sichtbar als auch unsichtbar aufgeräumt sein kann.

Oder auch die Schubladen sind perfekt geordnet und ich falle in eine tiefe Depression, weil ich davon ewig weit entfernt bin.

Sportsfrau

Meister

Registrierungsdatum: 7. März 2009

Beiträge: 718

14

Freitag, 23. März 2012, 14:17

Bei uns ist es aber zur Mode geworden, lieber die Unterlagen, Präsentationen und Informationen neu zu erstellen/anzufordern als zu suchen.


Woher wisst ihr denn, welche Unterlagen benötigt werden? Was überhaupt in so einem plötzlichen Krankheitsfall beim Kollegen an Arbeit ansteht?
GTD gelesen 11/2007 +++ GTD umgesetzt seit 04/2008 +++ mein Werkzeug ist ein Atoma-Buch in A4

cig

Profi

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Beiträge: 458

15

Montag, 26. März 2012, 08:53

Woher wisst ihr denn, welche Unterlagen benötigt werden?

Wir haben fest definierte Projektpläne mit gesetzlich festgelegten Meilensteinen. Dazu kommt ein regelmäßiger Austausch zwischen den direkten Kollegen. Trotzdem arbeitet jeder anders. Viele machen lieber neu als sich in die Daten von anderen einzuarbeiten. Je nach Status des Projektes weiß aber der Kollege "normalerweise", was der nächste Schritt ist. Außerdem ist unser Krankenstand sehr gering, sodass so etwas sehr selten vorkommt. :)

AnKe

Anfänger

Registrierungsdatum: 23. März 2012

Beiträge: 1

16

Dienstag, 15. Mai 2012, 14:01

Wir haben in unserem Unternehmen (Softwareentwicklung) alles mögliche versucht. Wirklich begeistert sind wir von der Personal Kanban Methode.
Diese setzen wir jetzt seit vier Jahren in unserem Unternehmen ein. Es ist nach meiner Auffassung die einzige Methode die keine zusätzlichen Zeit- und Personalressourcen verbraucht. An Scrum (haben wir natürlich auch ausprobiert) hat uns gestört, dass man über Dinge spricht (was war gestern, was WILL ich heute machen) die nicht wirklich relevant sind. Auf dem Kanban Board sehen wir jetzt die Fakten. Wer arbeitet seit wann an was.
Wir können nur jedem empfehlen sich mit Personal Kanban zu beschäftigen (ist schnell erlernt) und diese Methode zu testen. :thumbsup:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »AnKe« (24. Mai 2012, 17:57)