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cig

Meister

Registrierungsdatum: 6. März 2009

Beiträge: 486

1

Freitag, 20. Januar 2017, 16:56

Management By Notizbuch

Kürzlich habe ich mir ein kleines Buch über Notizbücher besorgt, das von dem Firmengründer der X17- und X-47-Notizbücher geschrieben wurde.
Das A5-Büchlein hat rund 90 Seiten (brutto), wurde mit großer Schriftart geschrieben und mit vielen Grafiken aufgelockert.
Der Stil ist abwechlsungsreich und leicht zu lesen (es ist ja auch nicht wirklich ein kompliziertes Thema ;) ).

Pro:
Am Anfang werden die Notizbuch-Systeme aufgelistet, auch von anderen Herstellern. Das war von einem Produzenten eigener Notizbücher nicht unbedingt zu erwarten.

Die Merkmale von Notizbüchern und ihre Anwendungsmöglichkeiten sind umfangreich, aber trotzdem nicht ausschweifend.

Die Bilder und Grafiken sind einfach und trotzdem aussagekräftig.

Sehr gut haben mir die Ausführungen und Anregungen zu Stürmer-Verteidiger-Aufgaben gefallen.
Ebenso die Entscheidungen (ZIDE) und Priorisierungen (ABC). "Kennen Sie die Eisenhower-Matrix? Ja, dann vergessen Sie diese bitte. Nein? Gut für Sie." Das an diesem Denkmal gerüttelt wird, ist für mich anregend und bestätigend.

"Büroglyphen" brachten mir sofort Ideen für meine Notizen.

Projekte als "Baustellen" zu betrachten ist ein interessanter Ansatz und verändert den Blickwinkel.

Contra:
Von 16 Quellen beziehen sich 8 auf eigene Produkte. Es werden zwar z.B. ABC-Matrix, Bulletjournal, Superbuch usw. erwähnt, es fehlen aber die Quellen. Für mich wäre es hilfreich, von weiterführender Literatur oder Webseiten zum ähnlichen Thema zu erfahren.

Was einerseits übersichtlich und luftig wirkt, erscheint mir manchmal etwas zu sehr, Seiten sammeln zu wollen.
Teil 3 besteht z.B. aus einer Seite Kapitelüberschrift und einer Seite mit wenig Text und großer Grafik mit Visitenkarte, Bahncard und Notizzettel in einer Klarsichthülle.
Seite 63 ist nur halb bedruckt, das Thema geht aber auf der nächsten Seite weiter.
Der Hinweis auf den Notizbuchblog ist nett und hilfreich, weil man dort viele Informationen zum gleichen Thema findet. Eine Seite finde ich dafür zu viel, zumal es auch in den Quellen nochmals erwähnt wird.

Teil 2 schließt mit einer leeren Seite für Notizen ab. Allerdings gibt es diese Seite nach keinem anderen Kapitel, man hätte die Seite auch weglassen können.

Sonstiges:
Als "allgemeiner" Notizbuch-Anwender sind für mich natürlich auch die Papierqualität und Stifte ein Thema wert. Auf beides wird nicht eingegangen. Da das Buch sich aber mit "Management By Notizbuch" beschäftigt, ist dieses Weglassen nachvollziehbar.

"Bei den Ringbüchern kann man wohl nur Atoma noch mit gutem Gewissen zu den Notizbüchern zählen." Das ist zumindest diskutierbar.

Das "Übertragen" von Notizen hat zwar eine eigene Seite bekommen. Weil es bei Notizbüchern aber eine elementare Problematik ist, sollte es nach meiner Meinung etwas ausführlicher behandelt werden.

"Dringlichkeit verändert die Wichtigkeit grundsätzlich nicht." Nun ja. Als Geschäftsführer wäre ich vielleicht der gleichen Meinung. Aber als Sachbearbeiter gibt es Aufgaben, die realistisch noch 1-2 Wochen Zeit haben. Wenn aber der Chef deswegen mit Schnappatmung am Platz steht, bekommt diese Aufgabe plötzlich Weltrettungsstatus, auch wenn es der größte Mumpitz ist.

Eine Seite mit einem kleinen Index wäre hilfreich (Wo stand nochmal ZIDE, die 5x3-Methode oder die ABC-Matrix?).

Fazit:
Obwohl ich natürlich was zu nörgeln habe - als braver deutscher Spießbürger kann ich gar nicht anders :D - hat sich für mich der Kauf gelohnt. Nichts in dem Buch ist zwar wirklich neu, aber es ruft manche Details nochmals auf und regt das Nachdenken über die eigenen eingefahrenen Arbeitsweisen an. Ganz bestimmt werde ich es mehrmals lesen.

Evaluise

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 6. März 2009

Beiträge: 1 308

2

Donnerstag, 26. Januar 2017, 07:09

Danke für den Tipp, aber nö, war das Geld nicht wert, so jedenfalls der Eindruck nach dem ersten Lesen gestern abend. Ich les es aber bei Gelegenheit nochmal (dafür dürfte die Zeit in den Werbepausen eines normallangen Spielfilms auf einem Privatsender reichen), vielleicht find ich dann doch noch was.

Erhellend allerdings das Bild mit Stürmer und Verteidiger - vielleicht auch nützlich, um Angestellten klarzumachen, was man als Chefin alles zu tun hat, damit die Angestellten stürmen können.